Xenophobie – Wenn aus fantastischer Vielfalt verabscheuungswürdiger Fremdenhass wird. Wissenswertes und Erschreckendes zum Nachdenken und Überdenken.

Fremdenhass –gibt es den eigentlich noch in Europa und in Deutschland?

Vielleicht denkst du jetzt, wir sind aufgeklärt, es gibt doch verhältnismäßig wenig Fremdenhass in Deutschland und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, den haben wir größtenteils hinter uns gelassen und glücklicherweise überwunden. Zumindest in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen oder unter aufgeklärten Menschen. Aber wer oder was gibt dir die Gewissheit und die Garantie dafür? Stimmt das denn wirklich?

Xenophobie – eine kurze Begriffserklärung

Xenophobie leitet sich vom Griechischen ab und heißt so viel wie Angst vor dem Fremden. Damit wird die Ablehnung gegen Menschen, die aus anderen Ländern und Kontinenten kommen, eine andere Sprache sprechen, einer andersartigen Religion angehören oder eine andere politische Richtung verfolgen, bezeichnet[1]. Dieser Fremdenhass wird also mit sozialen, regionalen, sprachlichen und ökonomischen Unterschieden begründet und letzten Endes auch gerechtfertigt.

Xenophobie – eine Begriffskritik

Die Bezeichnung Xenophobie halte ich für sehr problematisch, denn erstens finde ich den Begriff Angst –Phobie – in dem Zusammenhang nicht ganz richtig. Normalerweise entscheidet man sich nicht dafür, Angst zu haben. Angst hat man oder man hat sie nicht, aber man hat in der Regel keinen Einfluss darüber. In dem Fall entscheidet man sich aber sehr wohl dafür Hass gegen Menschen, die eine andere Hautfarbe haben, Anhänger*innen einer anderen Religion sind oder aus einem anderen Land kommen, zu schüren.

Und: Angst ist nicht das gleiche wie Hass und umgekehrt. Angst ist ein negatives Gefühl, Hass auch, aber der Hass ist hier gegen andere Menschen gerichtet, Angst nicht unbedingt. Indem man Hass mit Angst gleichsetzt, nimmt man dem Hass den Stachel und bagatellisiert ihn.

Zweitens unterstellt man einer bestimmten Menschengruppe implizit, fremd zu sein. Somit rechtfertigt man unbewusst die Angst oder besser gesagt den Hass, den manche Menschen gegen die anderen haben, weil diese ja fremd sind. Das heißt so viel wie Natürlich habt ihr Angst, denn diese sind fremd. Auf diese Weise erzeugt man unwillentlich meiner Auffassung nach fast Verständnis für rechtes Gedankengut.

Rechtsextremistische Gewalttaten in Deutschland – erschreckende Taten und besorgniserregende Zahlen

Fremdenhass ist also immer noch ein trauriges Thema in Deutschland, denn er wird immer noch praktiziert, ist leider nicht bloß nur mehr ein Schreckgespenst oder eine Last aus uralter Zeit. 2018 gab es in Deutschland beispielsweise 770 rechtsmotivierte Körperverletzungen, 6 versuchte Tötungsdelikte und 12 Raubüberfälle[2]. Dies sind furchtbare Gewalttaten gegen Menschen, die fremd sind oder besser gesagt in den Augen Rechter so erscheinen.

In den letzten Jahren haben auch die Muslimfeindlichkeit sowie der Antisemitismus deutlich zugenommen. Hinzu kommt, dass 36% der Deutschen behauptet, Deutschland sei überfremdet und Menschen aus anderen Ländern – sogenannte Ausländer*innen – nutzen den Sozialstaat nur aus[3].

Man hat unter anderem feststellen können, dass rund ein Viertel der Deutschen generell eine ablehnende Haltung gegenüber Ausländer*innen und insbesondere gegen Juden und Jüdinnen sowie Islamzugehörige hat[4]. Dies ist nach den Schrecknissen des letzten Jahrhunderts und Jahrtausends kaum nachvollziehbar und für mich unentschuldbar.

Diskriminierung auf Grund des äußeren Erscheinungsbildes

Es gibt auch Menschen, die in Deutschland geboren und/oder aufgewachsen oder sehr gut sozialisiert sind, und dennoch für Fremde gehalten werden. Dies geschieht allein wegen ihres nicht deutschen oder europäischen Aussehens bzw. was man darunter verstehen mag (gibt es denn ein deutsches oder europäisches Aussehen? Wir sehen alle individuell aus)[5]. Man nimmt an, dass diese Menschen eine andere Religion haben, eine andere Sprache sprechen oder ein anderes Wertesystem haben, obwohl dies gar nicht zutreffen mag. In dem Fall urteilt man allein auf Grund des äußeren Erscheinungsbildes.

Diese Vorgehensweise ist sehr traurig, oberflächlich und problematisch, und man bedenkt nicht, dass es umgekehrt auch Menschen gibt, die deutsch oder europäisch aussehen und trotzdem eine andere Sprache sprechen, an einen anderen Gott glauben oder eine andere ideologische Auffassung vertreten können.

Abgesehen davon, dass es nicht schlimm ist eine andere Sprache zu sprechen, Mitglied einer anderen Religion zu sein oder ein anderes Weltbild zu haben bzw. politische Linie zu verfolgen, schließt man allein vom äußeren Erscheinungsbild auf die inneren Überzeugungen eines Menschen. Tatsache ist aber, dass man den Menschen dahinter überhaupt nicht kennt.

Fazit

Man könnte so viel von anderen Kulturen, Religionen und auch Sprachen lernen – interessante Denkanstöße, inspirierende Bilder Gott und die Welt zu verstehen sowie hilfreiche Sprichwörter und lehrreiche Redewendungen mitnehmen, aber Menschen mit rechtsmotiviertem oder gar rechtsextremem Weltbild sind bestrebt etwas Negatives darin zu sehen. Dies ist sehr deprimierend, denn aus bereichernder Vielfalt wird blinder und sturer Fremdenhass, der sehr hässlich, menschenverachtend und voller für mich unbegründeter Ablehnung und wie der Name schon sagt, Hass ist.

Suchwörter: Fremdenhass, Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit, fremd, überfremdet, Ausländer*innen, rechtsmotivierte Gewalttaten, verabscheuungswürdiger Fremdenhass, sprachliche, religiöse, politische und ökonomische Unterschiede, Deutsche, Islamzugehörige, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Deutschland, Europa, andere Länder.

https://indayi.de/?s=Ausl%C3%A4nderfeindlichkeit

https://indayi.de/politisch-brisanter-roman-der-anruehrt-eine-kambodschanische-frau-nimmt-rache-fuer-das-schicksal-ihrer-familie/

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdenfeindlichkeit

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4699/umfrage/fremdenfeindlichkeit-rechte-gewalttaten-nach-art-des-delikts/

[3] https://www.sueddeutsche.de/politik/auslaenderfeindlichkeit-muslime-studie-rechtsextremismus-1.4199261

[4] https://www.sueddeutsche.de/politik/auslaenderfeindlichkeit-muslime-studie-rechtsextremismus-1.4199261

[5] https://www.belltower.news/fremdenfeindlichkeit-nein-rassismus-39822/

[ssba]