Stillen von Kindern mit einer Behinderung, die die Brusternährung erschwert. – Ist das überhaupt möglich und machbar? Fakten und Beispiele.

 

Stillen ist schön und gesund

Stillen ist das Beste für Ihr Kind, diesen Satz hast du bestimmt schon tausendmal gehört. Er steht auf jeder Milchpulververpackung und wird von Gynäkolog*innen und Kinderärzt*innen empfohlen. Und selbstverständlich stimmt er auch, er ist tatsächlich wahr. Stillen ist das Natürlichste, Schönste und Intimste der Welt, kostet nichts, ist sehr gesund, stärkt Babys Abwehrkräfte, verringert bei stillenden Frauen das Brustkrebs- und Eierstockkrebsrisiko nachweislich, unterstützt die Gebärmutterrückbildung und lässt zusätzliche Pfunde nach der Schwangerschaft und Geburt purzeln. Abgesehen davon sorgen die Hormone Oxytocin, das Stillhormon, das bereits während der Schwangerschaft gebildet wird, und Prolaktin, das Hormon, das für die Bildung der Milchdrüsen verantwortlich ist, für positive Gefühle bei der Mutter. Diese bewirken wiederum, dass eine Mutter, die stillt, wortwörtlich zur Löwin für ihr Kind wird: Eine extrem starke Bindung, das sogenannte Bonding, entsteht.

Doch was ist, wenn man ein behindertes, ein besonderes Kind hat? Lässt sich auch ein solches Kind stillen und wenn ja, dann wie?

Stillen von Babys, Kleinkindern und Kindern mit Trisomie 21

Die Herausforderung beim Stillen von Babys, Kleinkindern und Kindern mit Trisomie 21 besteht darin, dass diese Kinder meist eine vergrößerte Zunge haben sowie eine schlaffe Motorik aufweisen[1]. Diese Tatsachen und Umstände erschweren das Stillen deutlich, doch gibt es spezielle Hebammen, Laktationsberaterinnen und Krankenschwestern, die in diesem speziellen Fall wirklich mit Rat und Tat zur Seite stehen und zielführend helfen können.

Gerade das Stillen von Kindern mit Trisomie 21 ist nämlich besonders wichtig und wünschenswert, denn es trainiert die orofasziale Muskulatur, fördert die Sprachentwicklung, mindert die Infektanfälligkeit, mit der insbesondere behinderte Kinder zu kämpfen haben, wirkt sich positiv auf die Gaumenform aus und beugt Adipositas vor, was auch häufig ein Problem von und bei Menschen mit Trisomie 21 darstellt[2].

Es ist wichtig, dass man sich als Mutter, die gerne stillen möchte, nicht von Menschen, die meinen, es habe sowieso keinen Sinn und könne in einem solchen Fall nicht erfolgreich sein, vom eigenen Stillvorhaben abbringen lässt.

Stillen von Babys, Kleinkindern und Kindern mit Lippen-und/oder Gaumenspalte

Einen weiteren Fall für herausforderndes Stillen stellt die Gruppe der Kinder mit Lippen- und / oder Gaumenspalte dar. Dies liegt daran, dass ein Baby mit einer Lippenspalte möglicherweise während des Stillens kein Vakuum an der Brust aufbauen kann und Babys mit Gaumenspalten können häufig nicht die nötige Saugkraft zum Stillen aufbringen[3]. Dennoch sei auch hier angemerkt, dass eine Hebamme sich in diesen Dingen fachlich gut auskennt und gerne berät, hilft und im Zweifelsfall weitervermittelt.

Stillen ist in dem Kasus ebenfalls besonders wichtig und sinnvoll, denn auch im Falle einer Lippen-und/oder Gaumenspalte ist die Infektanfälligkeit der Kinder erhöht: sie haben ein besonderes Risiko an Infekte der oberen Atemwege sowie an Mittelohrentzündungen zu erkranken. Das Stillen kann somit die eine oder andere Ansteckung womöglich verhindern und die Lebensqualität der ohnehin belasteten Kinder in den ersten Lebensmonaten erhöhen.

Fazit:

Vor allem Kinder mit besonderen Bedürfnissen sollten eigentlich gestillt werden, denn erstens hilft es auch der Mutter ihr eigenes Kind, das vielleicht aus der Reihe tanzt, zu akzeptieren und schneller eine Bindung zum Kind, das nicht der Norm entspricht, aufzubauen, zweitens erfährt das Kind mit physischen Einschränkungen, die sich eventuell sofort nach der Geburt bemerkbar machen, sofort Annahme und Geborgenheit, drittens werden die Körper dieser besonders infektanfälligen Kinder mit wertvollen Antikörpern versorgt und vor Krankheiten geschützt, und viertens fördert das Stillen die Gesichtsmotorik, trägt zur schnelleren Sprachentwicklung bei, trainiert zahlreiche und wesentliche Muskeln des Kindes, wirkt sich bei Kindern mit einer Gaumenspalte positiv auf die Gaumenform aus und beugt Adipositas vor, womit häufig behinderte Kinder zu kämpfen haben.

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https://indayi.de/?s=stillen

https://indayi.de/?s=Baby

 

 

[1] https://www.kidsgo.de/baby-stillen-19/besondere-kinder/

[2] https://www.dasganznormaleleben.de/stillen-bei-kindern-mit-down-syndrom.html

[3] https://www.medela.de/stillen/deine-stillzeit/fuettern-kinder-mit-besonderen-beduerfnissen