Stillen – ein wunderbares und wundervolles Geschenk an Mutter und Kind. Wie beide davon profitieren.

 

Stillen – die beste Nahrung fürs Kind

Stillen ist nicht nur kostenlos, sondern auch wirklich sinnvoll für die Mutter sowie für das Kind. Abgesehen vom wertvollen Hautkontakt zwischen den beiden und der Förderung des Bondings, der lebensnotwendigen Verbindung, enthält die Muttermilch oder Frauenmilch tatsächlich all das, was das Kind braucht – in der richtigen Menge, Qualität, Zusammensetzung sowie Temperatur.

Sie ist sehr nährstoffreich, voller wichtiger Eiweiße, Fette, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Spurenelemente und Vitamine[1], leicht verdaulich und passt sich zudem den wachsenden und sich verändernden Bedürfnissen eines Säuglings und später eines Kleinkindes an. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Muttermilch als einzige Milchform wichtige Antikörper enthält, die vor allem ihr neugeborenes Kind vor gefährlichen Krankheitserregern schützt.

Selbstverständlich ist Stillen an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich, ohne nervige und teure Utensilien wie Flasche oder Flaschenwärmer und sogar hygienisch.

Stillen – das Beste für die Mutter

Du wirst erstaunt sein, dass nicht nur das Kind, sondern tatsächlich auch die Mutter von diesem wunderbaren Geschenk der Natur profitiert: Stillen sorgt bei der Mutter für ein geringeres Risiko an Brust- sowie Eierstockkrebs zu erkranken und bewirkt, dass sich die Gebärmutter nach der Geburt schneller zurückbildet. Abgesehen davon verbrennt man beim Stillen – beim ausschließlichen, dem sogenannten vollen Stillen – bis zu 600 Kalorien täglich. Das heißt, das Stillen sorgt für eine Gewichtsreduktion nach der Schwangerschaft und Geburt. Davon träumen unzählige Frauen und das Stillen ermöglicht es sage und schreibe ohne Sport, kostenfrei und ganz ohne Diät.

Es gibt wirklich Frauen, die nach etwa einem halben Jahr Stillen viel weniger wiegen als zu Beginn bzw. vor der Schwangerschaft. Stillen lässt die Kilos wie nichts anderes – wirklich im Schlaf und ganz ohne Zutun – purzeln.

Stillen und Abstillen – Häufigkeit und Alter des Kindes

Erfreulicherweise stillen in Deutschland sehr viele Frauen, ganze 90%. Einschränkend lässt sich (bedauerlicherweise) sagen, dass zwar 90% mit dem Stillen anfangen, aber 20% davon schon nach etwa zwei Monaten wieder abstillen. Nach sechs Monaten stillen nur noch 40 bis 50% aller Frauen[2]. Nur etwa zwei Prozent aller Frauen in Deutschland stillen nach 24 Monaten ihres Kindes weiter. Dies ist sehr fraglich und traurig, da die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Müttern empfiehlt, zwei Jahre und darüber hinaus zu stillen. Die Muttermilch wird nämlich mit der Zeit entgegen der Meinung vieler Kinderärzt*innen und Gynäkolog*innen nicht weniger wertvoll oder nahrhaft: Auch ist erwiesen, dass das Stillen, auch Langzeitstillen, auf Grund der langkettigen Fettsäuren förderlich für die Gehirnentwicklung ist[3].

Nährstoffgehalt der Muttermilch nach dem ersten und zweiten Lebensjahr des Kindes

Doch nicht nur das: Wer hätte gedacht, dass die Muttermilch nach etwa 24 Monaten einen so aussagekräftigen und phänomenalen Nährstoffgehalt aufweist: Forschungen zeigen, dass Kinder im zweiten Lebensjahr ihren Energiebedarf zu 31% durch die Muttermilch decken, sie erhalten etwa 17% mehr Energie als nicht gestillte Kinder, decken ihren Eiweißbedarf zu etwa 38% über die Muttermilch, ihren Vitamin-A-Bedarf sogar zu 100%, den Vitamin-C-Bedarf zu 95%, Niacin zu 41%, Riboflavin zu 21%, Folsäure zu 26%, Kalium zu 44% und Eisen zu 50%[4]. Die Vitamin-C-Konzentration der Muttermilch ist nach einem Jahr etwa 3,3mal höher als im Blutplasma der Mutter. Die Muttermilch für das Kind enthält also eine 6-12fach höhere Vitamin-C-Konzentration als im Körper der Mutter.

Erstaunlich ist zudem, dass die Muttermilch im zweiten Lebensjahr des Kindes eine ähnlich hohe Konzentration der Abwehrstoffe wie das Kolostrum – die sogenannte Vormilch – nach der Geburt des Kindes enthält. Somit schützt die Mutter ihr Kind, selbst wenn es längst dem Säuglingsalter entwachsen ist, nach wie vor vor Krankheitserregern.

Wann sollte man aufhören zu stillen?

Eigentlich ist die Stilldauer in den meisten Fällen eine kulturelle Angelegenheit: Während man in Deutschland meist nicht über das erste Lebensjahr hinaus stillt, vor allem nicht, wenn Frauen danach wieder arbeiten gehen wollen, gibt es Kontinente, in denen es „normal“ ist, drei Jahre und weit darüber hinaus zu stillen. Wichtig ist, dass man auf die Bedürfnisse des Kindes schaut und sich nicht von kulturellen und gesellschaftlichen Vorgaben beeinflussen und einschüchtern lässt.

Es gibt Kinder, die sogar noch im Grundschulalter gestillt werden bzw. stillen – in stressigen Situationen, vor dem Einschlafen, nachts und morgens nach dem Aufwachen.

Problematisch wird es nur, wenn eine Mutter nicht mit dem Stillen aufhören möchte, obwohl ihr Kind sich gerne abstillen würde oder es sogar schon getan hat. In einem solchen Fall sollte die Mutter das Kind loslassen können bzw. lernen es loszulassen und freizugeben.

Natürlich sollte man auch Verständnis für eine Mutter zeigen und ihr die Entscheidungsfreiheit einräumen und zugestehen, wenn sie selber nicht mehr stillen mag, auch wenn es keinen medizinischen Grund dafür gibt, der diese Maßnahme erfordert. Toleranz ist in der Beziehung und beim Thema Stillen äußerst wichtig: Man sollte weder den Kopf über eine Frau schütteln, die vorzeitig abstillen möchte, was das auch immer heißen mag, noch empört über eine Frau sein, die noch ihr fünfjähriges Kind nach dem Kindergarten stillt. Es ist sehr förderlich, hilfreich und heilsam für Mutter, Kind und die gesamte Gesellschaft, wenn man Akzeptanz zeigt und niemanden wegen seiner Entscheidung, welche diese auch sein mag, verurteilt.

Letzten Endes spürt eine Mutter in den meisten Fällen, wann die Zeit für das Abstillen gekommen ist. Sie sollte weder sich noch ihr Kind unter Druck setzen.

 

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https://indayi.de/?s=stillen

https://indayi.de/?s=Baby

 

 

[1] https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen/stillen/

[2] https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=wie+viele+Frauen+stillen

[3] https://www.welt.de/vermischtes/article144882174/Wenn-Kinder-bis-zum-Schulalter-gestillt-werden.html

[4] https://www.welt.de/vermischtes/article144882174/Wenn-Kinder-bis-zum-Schulalter-gestillt-werden.html