Racial Profiling – eine Betrachtung. Wie häufig ist dieses unliebsame Phänomen und sollte es eine Studie bei der Polizei darüber geben?

 

Was ist Racial Profiling?

Ein Mensch mit Migrationshintergrund wird anlasslos von der Polizei kontrolliert – im Zug, in der Bahn, auf dem Nachhauseweg… Warum aber ausgerechnet er und nicht die zahlreichen Mitpassanten? Könnte es an seiner Hautfarbe, Haarfarbe oder einem anderen äußeren Merkmal liegen?

Racial oder ethnisches Profiling, der zum strukturellen Rassismus[1] gehört, ein Begriff, der aus der US-amerikanischen Kriminalstatistik kommt, bezeichnet ein verbotenes Vorgehen der Polizei auf Grund eines äußeren Merkmals wie zum Beispiel der Hautfarbe[2]. Das heißt, eine Person wird nur wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes angehalten und kontrolliert.

Dies ist eine diskriminierende Vorgehensweise und zeigt, dass es latenten Rassismus nicht nur in der Gesellschaft, sondern sogar bei der Polizei gibt, die selbstverständlich Teil der Gesellschaft ist und diese erheblich mitprägt.

Aus dem Grund sollte man besonders hellhörig werden und die Augen öffnen, wozu auch Karamba Diaby, der schwarze SPD-Bundestagsabgeordnete, mahnt. Er selbst sei auch zusammen mit einer schwarzen Person von Polizist*innen vor hunderten Mitpendler*innen kontrolliert und nach dem Ausweis gefragt worden, berichtet er[3]. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schließt sich der These an, dass es latenten Rassismus bei der Polizei gibt.

Studie über Racial Profiling bei der Polizei wurde abgelehnt

Bundesinnenminister Horst Seehofer und das NRW-Innenministerium lehnten eine Studie darüber bei der Polizei ab, die im Juni durch die Bundesregierung angekündigt war, und sorgten damit für Unverständnis bei vielen Menschen und vor allem bei den Betroffenen im Land. Tahir Della, der Bundesvorsitzende Schwarzer Menschen in Deutschland, sieht Seehofers Ablehnung als einen Rückschritt. Er setzt sich seit nun 35 Jahren für Gleichberechtigung in Deutschland ein und sagt, es gebe leider sehr häufig und sehr viele sogenannte verdachtsunabhängige Personenkontrollen durch die Polizei in Deutschland.

Seehofers Begründung lautete übrigens, man solle zuerst andere Projekte abschließen, bevor man neue in Auftrag gebe[4]. Er bestätigte, dass er sich sehr stark gegen Antisemitismus, Rassismus und Extremismus einsetze und sein Sprecher verwies auf ein derzeit geplantes Lagebild, das der Verfassungsschutz zur Aufdeckung rechtsextremistischer Handlungen im gesamten öffentlichen Dienst erstellen soll. Es seien also momentan andere Projekte geplant, so Seehofer.

Vorteile einer solchen Studie

Eine solche Studie über Racial Profiling bei der Polizei sei sinnvoll, denn sie könne Diskriminierung und Rassismus bei der Polizei aufdecken und ihnen somit zukünftig vorbeugen, so auch die Europäische Kommission für Rassismus und Intoleranz (ECRI), die eine solche Studie über Deutschland ausdrücklich empfohlen hatte[5]. Eine derartige Studie könnte auf jeden Fall für mehr Klarheit sorgen.

Und vor allem: Wenn man nichts zu verbergen hat, warum sollte man dann keine Studie darüber durchführen (lassen)?

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https://indayi.de/?s=Rassismus

https://indayi.de/?s=Hautfarbe

https://indayi.de/?s=Xenophobie

https://indayi.de/?s=Ausl%C3%A4nderfeindlichkeit

 

 

 

 

 

[1] https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4145-5/racial-profiling/

[2] https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/racial-profiling-seehofer-hatte-keine-studie-zu-rassismus-geplant-16856516.html

[3] ww.faz.net/aktuell/politik/inland/racial-profiling-seehofer-hatte-keine-studie-zu-rassismus-geplant-16856516.html

[4] https://www1.wdr.de/nachrichten/kritik-an-studienabsage-racial-profiling-100.html

[5] https://weact.campact.de/petitions/studie-zu-racial-profiling-bei-der-polizei-abgesagt-1?utm_campaign=google-cpc-weact-racial-profiling-studie&utm_medium=adwords&utm_source=google-cpc&utm_content=adgroup-109534307928&source=goAD-weact-racial-profiling-studie&bucket=goAD-weact-racial-profiling-studie