Die Corona-App – sensationelle Vorteile und ernstzunehmende Risiken

Die Corona-App – sensationelle Vorteile und ernstzunehmende Risiken

Die Corona-App soll vor Neuansteckungen schützen

Die Corona-Warn-App möchte helfen festzustellen, ob wir in Kontakt mit einer infizierten Person gekommen sind. Dies soll helfen, das Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Somit will sie die Infektionsketten schnell durchbrechen und die Zahlen der Neuansteckungen mit dem Coronavirus sollen auf diese Weise geringgehalten werden.

Falls sich laut der App herausstellt, dass ein bestimmter Mensch mit Covid-19 infiziert ist, hat er die Möglichkeit sich schnell testen zu lassen sowie in Quarantäne zu begeben.

Die entsprechende App ist ein Angebot des Robert-Koch-Instituts für die Bundesregierung. Download und die Nutzung der App sind vollkommen freiwillig und die App kann kostenlos im App Store und bei Google Play heruntergeladen werden.

Wie funktioniert und was leistet die Corona-App genau?

Mit Hilfe dieser App sollen Menschen im Nachhinein darüber informiert werden, ob sie sich in der Nähe von Menschen aufgehalten haben, bei denen ein positiver Corona-Test vorliegt.[1] Man erfährt hierbei nicht, um welche Person es geht, und auch nicht, ob man im Moment mit einem infizierten Menschen zusammen ist. Auch Begegnungen mit unbekannten Menschen im öffentlichen Raum werden erfasst und schneller identifiziert.[2] Selbstverständlich ersetzt die App auch nicht die geltenden Abstandsregeln oder den Gang zum Gesundheitsamt bzw. die Maßnahmen, die man im Falle einer Ansteckung mit dem Virus ergreifen muss.

Nachteile der Corona-App

Um mit dieser App erfolgreich gegen die Neuansteckung mit Covid-19 vorzugehen, müssten sich mindestens 60% der Bürger*innen daran beteiligen. Dies besagt eine Studie der Universität in Oxford. Dennoch zählt jede Installation und auch deutlich weniger Registrierungen erzielen positive Wirkungen.

Es heißt, die Privatsphäre sei geschützt und es gebe keine Nachteile für Menschen, die diese App nutzen. Dennoch hat es in Südkorea zu Datenleaks geführt: Viele Menschen wurden ausspioniert und enttarnt: Man konnte nachverfolgen, in welche Clubs und Bars sie gegangen waren, was sie gegessen und getrunken hatten, wer fremdgegangen ist etc., was nicht immer zu ihrem Vorteil war. Beispielsweise konnte man zeigen und nachverfolgen, wer sich in Homosexuellen-Clubs aufgehalten hat, was nicht unbedingt positiv für die Betroffenen in homophoben Teilen der Gesellschaft Südkoreas ist[3].

Diese Corona-Warn-App könnte auch eine Gefahr für den Überwachungsspiegel und das Bevölkerungsbewegungsprofil der Zukunft in Europa oder Deutschland darstellen. Beispiele von früher zeigen, dass man auch damals Überwachungskameras im Kampf gegen Verbrechen einsetzen wollte, die uns heute mehr analysieren, Informationen an verschiedene Behörden, Wirtschaftsinstitutionen und Organisationen weitergeben als uns lieb ist. Dies ohne unsere (aktive) Zustimmung.

Die Frage ist, ob diese App letzten Endes mehr Vorteile oder mehr Nachteile birgt. Wie gesagt, Südkorea ist ein sehr negatives Beispiel für den Missbrauch einer solchen App.

Letzten Endes gilt es viel darüber zu forschen, auf dem Laufenden zu bleiben und sich selber darüber Gedanken machen, was man möchte und was nicht.

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[1] https://www.morgenpost.de/vermischtes/article229168974/Corona-App-Was-macht-sie-Alle-wichtigen-Fragen-zur-Warn-App.html

[2] https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/WarnApp/Warn_App.html

[3] https://www.fr.de/politik/suedkorea-corona-homosexuellen-szene-seoul-angst-zwangs-outing-13755905.html